Erste Hilfe in jeder Lage

Neues Auto: Das neue HLF 20 des Löschzugs Borgholzhausen-Bahnhof ist ein reines Technikwunder.

Im Einsatz ist es noch nicht, da die Mitglieder des Löschzugs das neue Feuerwehrauto erst einmal kennen lernen müssen

 

Borgholzhausen (anke). Da steht es nun, das feuerrot funkelnde und blitzneue Hilfeleistungslöschfahrzeug des Löschzugs Borgholzhausen-Bahnhof. Im Frühling soll es in Betrieb genommen werden. Bis dahin müssen noch einige Stunden absolviert werden. „Es wäre fatal, wenn wir im Ernstfall erst nach den Ausrüstungsgegenständen im Auto suchen müssten“, erklärt Löschzugführer Stefan Schlüter. Darum müssen alle Löschzugmitglieder das Technikwunder erst einmal kennenlernen.

2017 01 07 hk 001 250pxDas HLF 20 – die Zahl 20 steht für 2000 Liter Pumpleistung – ersetzt den alten Rüstwagen, der bisher bei technischen Hilfeleistung eingesetzt wurde. Er enthält derzeit noch das Werkzeug und Spezialgerät, mit dem Personen nach Unfällen aus ihren Notlagen befreit, umweltschädigende Substanzen aufgefangen, Einsatzstellen ausgeleuchtet und diverse andere Aufgaben erfüllt werden konnten. Der in die Jahre gekommene Rüstwagen wird seine Karriere beim Projekt »Feuerwehrehrensache« fortsetzen, wo er als Showfahrzeug verwendet wird. Das Projekt »Feuerwehrehrensache« ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Inneres und Kommunales NRW (MIK NRW) und des Verbandes der Feuerwehren in NRW e. V. (VdF NRW), dessen Ziel es ist, das Ehrenamt in den Feuerwehren zu stärken.

„Das neue HLF 20 ist eine eierlegende Wollmilchsau, mit der wir für Erstangriffe in allen denkbaren Notfällen gerüstet sind“, sagt Stefan Schlüter.

In der Kabine haben inklusive Fahrer acht Personen Platz. Der Melderplatz ist mit einem Actiontower ausgestattet, in dem unter anderem ein Notfallrucksack und eine Wärmebildkamera untergebracht sind.

Neben der neu gestalteten LED-Umfeldbeleuchtung ist das Fahrzeug mit einem pneumatischen Lichtmast mit LED-Scheinwerfern sowie zwei Zusatzscheinwerfern auf dem Dach des Führerhauses ausgestattet. „Neben dem Martinshorn haben wir nun auch zwei Jumbo-Drucklufthörner, wie sie große Lkw haben“, sagt Schlüter. Die Blaulichter seien allesamt mit LED-Technik versehen.

2017 01 07 hk 002Im Inneren des Aufbaus befindet sich ein 1600 Liter fassender Löschwasserbehälter. Oberhalb der Pumpenanlage wurde ein 120-Liter-Schaummitteltank untergebracht. Die derzeit im Rüstwagen noch vorhandene Ausrüstung mit Schere, Spreizer oder Atemschutzgeräten muss in den kommenden Wochen in das neue Fahrzeug umgepackt werden. Einige neue Ausrüstungsgegenstände sind dort bereits vorhanden. Unter anderem eine neue Leiter, ein neues Abstützsystem zur Stabilisierung von Fahrzeugen bei Unfällen, ein Greifzug und Hebekissen sowie Chemieschutzanzüge. „Wir haben auch neue Gasspürgeräte, die wichtig sind, wenn Kameraden in Atemschutzanzügen in Gebäuden unterwegs sind und so etwaigen Gasgeruch nicht wahrnehmen können“, sagt Stefan Schlüter.

Das HLF wird am Ende bis auf den letzten Hohlraum mit technischem Gerät vollgepackt sein, das für alle denkbaren Situationen, in denen Menschen gerettet werden müssen, eingesetzt werden kann. „Ausgetüftelt hat die Aufteilung maßgeblich unser Kollege Alexander Schlüter“, lobt der Löschzugführer seinen Kameraden, der sich gemeinsam mit der Firma Schlingmann so manche Stunde damit um die Ohren geschlagen hat.

Der Umgang mit den neuen Geräten muss nun ebenso geprobt werden wie das Führen des voluminösen Fahrzeugs. Offiziell eingeweiht werden wird es dann im April oder Mai, „wenn es etwas wärmer ist“, sagt Stefan Schlüter. Am und im Gerätehaus wird dann eine kleine Feier stattfinden, zu dem auch befreundete Löschzüge unter anderem aus Lößnitz eingeladen werden sollen.

 

Quelle: Haller Kreisblatt

 

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Haller Kreisblatt vom 07.01.2017 Beliebt
Autor Haller Kreisblatt/Anke Schneider Webseite Webseite Datum 07.01.2017 Dateigröße 374.84 KB Download 126 Download