BF-Tag 011Da es sich auf leerem Magen schlecht arbeiten lässt, schlossen wir an diesen Einsatz gleich das Abendessen an. Bei Bratwurst und Salat ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und fachsimpelten in entspannter Runde bereits über die vergangenen Einsätze an diesem Tag. Als wir gerade alle ein wenig zur Ruhe gekommen waren, ertönte um 21:20 Uhr der Alarmgong ein weiteres Mal: "Verkehrsunfall - Person eingeklemmt" lautete das Stichwort, was uns alle wieder hellwach machte. Der vierte Einsatzort befand sich im Ortsteil Casum, ein alter Ford war von einem Radlader gerammt worden. Der Fahrer des Radladers hatte sich aus dem Staub gemacht, der des Ford befand sich noch in seinem Fahrzeug und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Da schon bald die Dunkelheit über die Einsatzstelle hereinbrechen würde und nicht abzusehen war, wie lange der Einsatz dauern würde, entschied sich der Einsatzleiter als erstes dafür, die Einsatzstelle von einigen Trupps per Lichtmast ausleuchten zu lassen. Währenddessen kletterte ein Mann zu dem Fahrer ins Auto und betreute ihn während der gesamten Rettungsmaßnahmen. MIt vereinten Kräften gelang es schließlich, den Fahrer aus dem Fahrzeug auf eine Trage zu legen und dem Rettungsdienst zu übergeben. Nach einigen Aufräumarbeiten vor Ort und dem Rückbauen der Beleuchtungseinrichtungen konnten wir nach circa einer Stunde wieder den Weg zurück zum Gerätehaus antreten.

BF-Tag 014Dort angekommen mussten wir uns erst einmal wieder ein bisschen ausruhen, weshalb wir uns bei einer schönen DVD etwas entspannten. Um 24:00 Uhr wurde es dann auch Zeit, sich langsam zu Bett zu begeben. Als wir gerade alle eingschlafen waren, wurden wir um 01:15 Uhr jäh vom fünften Einsatz aus den Betten gerissen. "Brennt Müllcontainer" war das Einsatzstichwort, was den Einsatzleiter gleich dazu brachte, seinen Angriffs-Trupp bereits auf der Anfahrt mit Atemschutzgeräten (Übungsgeräte) auszurüsten. Schließlich kann nie ausgeschlossen werden, dass am Einsatzort durch die Verbrennung vielleicht giftige Gase entstehen. Unter Vornahme eines C-Rohrs durch den Angriffs-Trupp und eines weiteren C-Rohrs konnte die brennende Absetzmulde rasch gelöscht werden. Zeitgleich kümmerte sich der Rest der Mannschaft darum, dass die Einsatzstelle gut ausgeleuchtet wurde und eine ausreichende Absicherung gegen fließenden Verkehr sichergestellt war. Nach ca. 45 Minuten konnte dann "Feuer aus!" gemeldet werden, die Einsatzmittel wurden zurückgebaut und die Rückfahrt zum Gerätehaus wurde angetreten.

BF-Tag 015Nachdem wir wieder zurück waren, fielen wir in unsere Betten und schliefen sofort ein. Zum sechste Einsatz um 03:45 Uhr war das Aufstehen dann so langsam auch schon recht anstrengend, zumal das Einsatzstichwort "Öl auf Fahrbahn" nicht gerade jeden (Berufs-)Feuerwehrmann Luftsprünge machen lässt (schon gar nicht zu nachtschlafender Uhrzeit). Am Ort des Geschehens fand sich dann eine meterlange Ölspur (Kakaopulver mit Wasser) vor, die innerhalb weniger Minuten mit Hilfe einiger Stoßbesen und Kehrschaufeln ebenso schnell aufgenommen werden konnte, wie sie warhscheinlich entstanden war.

BF-Tag 019An ruhigen Schlaf war mittlerweile eigentlich schon gar nicht mehr zu denken, doch die Erschöpfung lässt einen dann doch irgendwann in den Schlaf fallen. Dieser wurde dann um 06:20 Uhr vom siebten Einsatz unterbrochen: "Person klemmt unter Maschine" lautete das Stichwort. Vor Ort angekommen befand sich eine Person (Übungspuppe) unter einer landwirtschaftlichen Nutzmaschine und war leider nicht ansprechbar. Da diese Maschine nicht einfach weggefahren werden konnte musste ein anderer Weg zum Befreien der Person gefunden werden. Schließlich konnten wir mit Rüsthölzern und einer "Büffel-Winde" die Maschine soweit anheben, dass sich die Person darunter wegschaffen ließ. Sie wurde an den Rettungsdienst übergeben, wir fuhren wieder zurück zum Gerätehaus.