Feuerwehrübung: Die Löschzüge Bahnhof und Stadt kämpften am Montagabend gegen einen fiktiven Brand bei Bostik.

Etliche Feuerwehrleute waren bereits nachmittags beim Flächenbrand in Casum

Borgholzhausen (anke). „Wir machen das etwa alle drei Jahre“, sagt Werksleiter Michael Nitsche. Jedes Mal werden bei der Übung andere Schwerpunkte gesetzt. „Das Ziel der Übung ist, die Feuerwehr mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen, damit sich die Helfer im Ernstfall schneller zurechtfinden“, erklärt er.

 

Als gegen 20 Uhr der Alarm ertönt, strömen die Mitarbeiter ins Freie und versammeln sich am abgesprochenen Platz. Dort werden sie vom Schichtleiter gezählt. Der stellt fest: „Fünf Kollegen fehlen.“

Der simulierte Brand war in der Dichtstoffproduktion ausgebrochen. So lag die Vermutung nahe, dass die fehlenden Mitarbeiter dort eingeschlossen waren. In der Abteilung befinden sich auch noch Fässer mit brennbaren Chemikalien.

Drei Minuten und 24 Sekunden nach Alarmauslösung treffen die ersten Kräfte der beiden Löschzüge ein. Schnurstracks gehen die Männer zum Feuerwehrschlüsseldepot, ein kleiner Kasten an der Wand. Die darin befindlichen Schlüssel erlauben den Zugang zu allen Bereichen des Betriebs. Das firmeneigne Feuerwehr Informationssystem zeigt den Feuerwehrmännern, wo der Brand ausgebrochen ist, Laufkarten erklären genau den Weg dorthin.

Dann geht alles ganz schnell. Mehrere Atemschutztrupps bahnen sich den Weg durch das verqualmte Erdgeschoss, dringen in den Keller und die obere Etage vor. Nach und nach werden die Eingeschlossenen gefunden und aus dem Gebäude gebracht. Erst danach werden die verqualmten Arbeitsräume mit Hilfe eines großen Ventilators belüftet und vom Rauch befreit. Jetzt finden die Männer auch die Fässer mit den gefährlichen Stoffen. Anhand der Kennzahlen darauf können sie die Flüssigkeiten darin identifizieren.

Bostik braucht eine große Zahl chemischer Stoffe

„Wir können auf eine Datenbank zugreifen, die Auskunft über die jeweiligen Besonderheiten der Stoffe gibt“, sagt Wehrführer Udo Huchtmann, der die Übung beobachtet. Auch bei Bostik selbst gibt es Sicherheitsdatenblätter, fügt der Werksleiter hinzu. Anhand der Daten wird entschieden, wie mit den Fässern im Ernstfall umzugehen ist – zum Beispiel wenn Explosionsgefahr besteht. Nach einer Dreiviertelstunde ist der Einsatz beendet und die Mannschaften räumen ihr Gerät wieder ein. Udo Huchtmann betont, wie wichtig es sei, solche Übungen in den Firmengebäuden durchzuführen. Es liege schließlich in beiderseitigem Interesse, Menschen zu retten und vor Schaden zu bewahren. Für etliche Mitglieder der beiden Borgholzhausener Löschzüge geht ein besonders langer Tag im ehrenamtlichen Dienst für ihre Mitmenschen zu Ende.

 

Quelle: Haller Kreisblatt