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Beruflich und privat im Einsatz

Auch in seinem Job bei einem Energieversorger befasst sich der angehende Feuerwehr-Chef Alexander Schlüter aktuell damit, wie man Menschen im Ernstfall helfen kann.

 

Borgholzhausen. Seit 20 Jahren engagiert sich Alexander Schlüter bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dafür opfert der 39-Jährige wöchentlich 15 bis 20 Stunden seiner Freizeit: „Es vergeht eigentlich kein Tag ohne Feuerwehr, und wenn ich nur für eine halbe Stunde die Mails checke.“ Ende des Monats wird das Ehrenamt für ihn noch aufwendiger. Denn Alexander Schlüter ist Borgholzhausens neuer Feuerwehrchef.

2022 07 29 hk 004 250pxDer bisherige Vize-Leiter des Löschzugs Borgholzhausen- Bahnhof hat sich diesen Schritt gut überlegt. „Ich hatte genügend Vorlauf, mir das alles gründlich durch den Kopf gehen zu lassen“, so Alexander Schlüter. Schließlich sei es nicht nur darum gegangen, ob er sich diese Aufgabe überhaupt zutraue. „Mindestens ebenso entscheidend war für mich, ob mich die Kameradinnen und Kameraden in diesem Amt überhaupt akzeptieren würden.“ Vorsichtig wurde intern vorgefühlt. Mit positivem Ergebnis.

Den Rückhalt der Aktiven aus den Löschzügen Bahnhof und Stadt genießt Alexander Schlüter also schon seit längerem. Auf den nötigen Rang des Stadtbrandinspektors – den höchsten, der in der kommunalen Feuerwehr zu erreichen ist – stieg er jetzt im Januar die Karriereleiter hinauf. Dabei geht es allerdings um mehr als – salopp gesagt – das richtige Lametta an der Uniform.

„Der Lehrgang zum Stadtbrandinspektor behandelt viele rechtliche Fragen, die Personalführung oder das Zusammenspiel von Feuerwehr und Kommune“, nennt Alexander Schlüter einige Inhalte, die ihn auf seine Leitungstätigkeit vorbereitet haben. „Insbesondere wurden auch Optionen vermittelt, die zum Zuge kommen können, wenn es mal nicht so gut läuft“, ergänzt Schlüter. Denn als Leiter der Wehr ist er auch der disziplinarische Vorgesetzte aller Mitglieder der Feuerwehr in Borgholzhausen. Außerdem übernimmt der Leiter bei größeren Einsätzen die Verantwortung.

Aber auch bei kleineren Einsätzen wird Schlüter, der weiterhin Mitglied des Löschzuges Bahnhof bleibt, wenn auch ohne offizielle Aufgabe und Funktion, mit ins Löschfahrzeug steigen. Außerdem nimmt er wie gewohnt an den Dienst- und Übungsabenden teil. „Ich möchte den Kontakt zur Truppe nicht verlieren“, betont der Casumer. „Das ist mir wichtig und dafür brennt man ja im Grunde auch. Durch das Miteinander und die Kameradschaft ergibt sich erst die Motivation für dieses Ehrenamt.“

Aktuell sind drei Frauen und 71 Männer in den Löschzügen Stadt und Bahnhof aktiv. „Die Personaldecke reicht zwar, um die Aufgaben erfüllen zu können, aber es wird zunehmend schwieriger, Menschen für die Feuerwehr zu begeistern. Viele sind beruflich und familiär sehr eingespannt“, so Schlüter. Nicht mehr viele sind bereit, so viel ihrer Freizeit zu opfern wie Schlüter selbst. „Die Entscheidung, einen hauptamtlichen Gerätewart einzustellen, ist in diesem Sinne wegweisend für uns“, ist sich der angehende Leiter der Wehr sicher.

Der Feuerwehrmann ist froh, dass sein Arbeitgeber Rücksicht auf sein Ehrenamt nimmt. Alexander Schlüter arbeitet bei einem Energieversorger mit Sitz im Münsterland. „Wir sind gerade sehr damit beschäftigt, Worst-Case-Szenarios aufzustellen, und was man in solchen Fällen leisten und wie man den Leuten helfen kann. Herausforderungen, denen wir uns auch bei der Feuerwehr permanent stellen“, zieht Schlüter Parallelen.

Alexander Schlüter freut sich auf seine neue Aufgabe. „Ich sehe mich nicht als Leuchtturm, sondern als Teamplayer“, so der Junggeselle, der auf die Unterstützung seiner beiden Stellvertreter bauen kann. In Borgholzhausen sind das traditionell die beiden Löschzugführer, also Stefan Schlüter (Bahnhof) und Jens Eickmeier (Stadt).

Am 30. Juli wird Schlüters Vorgänger Udo Huchtmann nach 24 Jahren als Leiter der Wehr verabschiedet (HK berichtete). Bei der Veranstaltung im Haus Hagemeyer-Singenstroth wird auch Alexander Schlüter in sein Amt eingeführt. „Das ist aber nur der kleinste Teil. Es geht an diesem Abend in erster Linie darum, Udo Huchtmann danke zu sagen.“ Auch für den Posten des stellvertretenden Bahnhof-Löschzugführers ist bereits ein Nachfolger gefunden. Der soll aber zu einem späteren Zeitpunkt der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

 

Quelle: Haller Kreisblatt