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Freiwilliger Dienst an 365 Tagen im Jahr

Die Feuerwehr ist kein Verein und hat nebenbei doch ein reges Vereinsleben. Ihre teure Ausrüstung bezahlt die Stadt. Viele Männer und einige Frauen sorgen dafür, dass unter 112 immer Hilfe zu haben ist.

 

Borgholzhausen. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag: Egal, wann die bekannte Notrufnummer der Feuerwehr in Deutschland gewählt wird, kann der Anrufer damit rechnen, dass zehn Minuten später Hilfe da ist. Ob es brennt oder ein Mensch nach einem Unfall im Auto eingeklemmt ist, ob der Keller unter Wasser steht oder ein umgestürzter Baum die Straße versperrt. In Borgholzhausen erledigen 67 ehrenamtlich tätige Männer und vier ehrenamtlich tätige Frauen diesen Job.

2021 06 24 hk 001 250pxDass eine hoheitliche Aufgabe nicht von Profis, sondern von Freiwilligen als Hobby erledigt wird, ist im Feuerwehrbereich nicht die Ausnahme, sondern die Regel. „Das ist in 280 Städten in Nordrhein-Westfalen so“, erklärt Steffen Heidmann. Feuerwehr ist übrigens Sache der Bundesländer. Den größten Teil der Verantwortung aber tragen die Städte.

Borgholzhausen zum Beispiel zahlt für zwei Feuerwehrgerätehäuser, mehr als ein Dutzend Einsatzfahrzeuge, Schutzkleidung für alle aktiven Kräfte, Betriebsmittel, Fortbildungen und vieles mehr. Und man darf davon ausgehen, dass die Stadt gern so billig davon kommt. Denn die Bürger haben ein Recht auf Feuerwehr und wo es keine Ehrenamtler gibt, da muss sie hauptamtliche Kräfte bezahlen.

Bei den eingangs erwähnten 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag, geht das richtig ins Geld. Die Stadt Gütersloh könnte ein Lied davon singen. Denn spätestens seit sie 100.000 Einwohner hat, braucht sie zwingend eine Berufsfeuerwehr. Und freut sich, dass es daneben noch viele freiwillige Feuerwehrleute gibt.

Feuerwehrleute wie Udo Huchtmann, den Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Borgholzhausen. Der ist 58 Jahre alt und seit nunmehr 47Jahren dabei. Er trägt den Titel Stadtbrandinspektor und stellte dem Hauptausschuss am Dienstagabend die Strukturen der Kameradschaft vor und erklärte einige Neuerungen bei der im Jahr 1876 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr.

W2021 06 24 hk 002ie zum Beispiel, dass seit einigen Jahren auch Frauen in der Feuerwehr aktiv sind. Im Augenblick sind es vier und es könnten gern noch mehr sein, ist sich Huchtmann mit Steffen Heidmann einig. Der ist nicht nur als Leiter des Ordnungsamts beruflich für die Feuerwehr zuständig, sondern im Laufe seiner Ausbildung bei der Stadt selbst zu einem Aktiven geworden.

Die Verwaltung wirbt bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Dienst in der Feuerwehr und stellt sie natürlich auch während der Arbeitszeit frei, wenn sie zum Einsatz ausrücken muss. Bei Einstellungen ist Mitgliedschaft in der Wehr ein gewichtiges Argument. Von der Arbeit freigestellt müssen laut Gesetz alle, die zum Einsatz gerufen werden.

Diese Rigorosität ist nötig, denn ein großes Problem bleibt die Tagesverfügbarkeit. Viele Mitglieder arbeiten außerhalb der Stadt. Nachts oder am Wochenende haben tendenziell mehr Männer und Frauen Zeit für einen Einsatz. „Bei einem Brand alarmieren wir deshalb immer beide Löschzüge“, erklärt Udo Huchtmann. So ist die ausreichende Personalstärke garantiert.

Und bei Großbränden müssen die Feuerwehren aus den Nachbarorten helfen. Das ist lang bewährt. Doch solche Ereignisse sind ohnehin sehr selten. Viel öfter kommt die Hilfe bei Unfällen oder Naturereignissen (Naturkatastrophen sind ja zum Glück sehr selten), Umweltschutzaufgaben wie Sicherung von Gefahrgut oder auch Brandwachen bei Veranstaltungen vor.

 

Quelle: Haller Kreisblatt