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Einige Piumer halten den Brand für echt

Großübung: Löschzüge Stadt und Bahnhof bekämpfen einen Brand in der Kernstadt

 

Borgholzhausen. „Ich liebe das, ich liebe das“, rief ein kleiner Junge und hüpfte aufgeregt auf dem Kirchplatz hin und her. Er war einer von zahlreichen Kindern und Erwachsenen, die das Martinshorn der Feuerwehrautos in das Zentrum gelockt hatte. Gebannt verfolgten sie die Übung der beiden Löschzüge, die Alexander Schlüter und Wilhelm Wesselmann ausgearbeitet hatten.

2018 11 05 hk 001 250pxDas Szenarion stellte sich wie folgt dar: In dem Eckgebäude an der Freistraße und der Tanfanastraße war im Obergeschoss ein Feuer ausgebrochen. Auch das Dachgeschoss wurde in Mitleidenschaft gezogen. An den Fenstern und auf den Balkonen sowohl zur Straßenseite als auch zum Innenhof hin, standen insgesamt neun Eingeschlossene, die von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr dargestellt wurden. Nebelmaschinen erzeugten eine Qualmwolke, die aus den Fenstern quoll.

2018 11 05 hk 002Alarmiert worden war die Feuerwehr um 19.15 Uhr von Anna Schlüter. Täuschend authentisch sprang sie den herannahenden Autos entgegen und kreischte: „Beeilen Sie sich, um Gottes Willen, schnell.“ So überzeugend, dass einige anwesende Piumer die Katastrophe zunächst für echt hielten.

2018 11 05 hk 003Die Piumer Feuerwehr hatte die Drehleiter aus Versmold angefordert, die kurz nach den rund zehn Einsatzfahrzeugen der beiden Löschzüge mit ihren 40 Mann Besatzung eintraf. Es zeigte sich, dass die Innenstadt gerade genug Platz bietet, damit die Leiter ausgefahren werden kann. Zunächst retteten die Einsatzkräfte die Menschen an den Fenstern zur Freistraße hin, wenig später diejenigen auf dem Balkon an der Tanfanastraße.

Die Eingeschlossenen an den Fenstern zum Innenhof mussten über Leitern gerettet werden. Sie hätten die Drehleiter nicht erreichen können. „Für uns war der Innenhof, der mit Fahrzeugen nicht zu erreichen ist, eine besondere Herausforderung dieser Übung“, so Wilhelm Wesselmann.

Gleichzeitig wurde als Übung auch ein großes Sprungpolster aufgeblasen, das Menschen beim Sprung aus großer Höhe vor Verletzungen bewahrt hatte. Gesprungen ist aber niemand – sehr zur Enttäuschung der umstehenden Kinder. Parallel gingen Atemschutztrupps in das Gebäude, um nach weiteren Opfern zu suchen. Währenddessen blies ein großer Lüfter den Nebel aus den Räumen.

Erst als sicher war, dass sich keine Menschen mehr im Gebäude befanden und alle Fenster geschlossen worden waren, hieß es »Wasser marsch« – der Höhepunkt für die kleinen Zaungäste. Die Einsatzkräfte hatten inzwischen ihre Schläuche an die Hydranten angeschlossen, so dass der Wassernachschub für die Tanklöschfahrzeuge gesichert war. Wenige Minuten und einige tausend Liter Wasser später entschied die Einsatzleitung, dass das Feuer gelöscht war.

Zu den Zaungästen gehörten auch der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Ralf Vieweg, und Sachgebietsleiter Manfred Warias. Sie fachsimpelten über die Technik in den Feuerwehrautos und stellten fest, dass eine Drehleiter mit mindestens 600.000 Euro wohl doppelt so teuer sein müsste, wie ein normales Löschfahrzeug. Alle Beteiligten zeigten sich am Ende zufrieden mit der Übung, die rund 20 Minuten eher beendet war als geplant. Alles hatte reibungslos geklappt.

 

Quelle: Haller Kreisblatt