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Gefahr für die Gesundheit?

Nach dem Großbrand: Die Kripo kann die Eloxierhalle von Schüco wegen Instabilität noch immer nicht betreten. Giftige Gase gibt es allerdings dort nicht mehr, sagen Experten


Borgholzhausen. Meterhoch lodernde Flammen, von denen schwarzer Rauch in den Himmel aufsteigt. Die Warnung der Feuerwehr, sich dem Brandherd zu sehr zu nähern. Dazu der Gestank des katastrophalen Feuers, der im Hals kratzt: Es gab mehr als genug Gründe, am Sonntagabend wegen möglicher Gesundheitsgefahren durch das Feuer besorgt zu sein. Es war jedoch kein besonderer Grund zur Sorge für Christian Herden – und der ist der Leiter des ABC-Zuges des Kreises Gütersloh.

 

2019 03 21 hk 001 250px„Wir nehmen einen solchen Brand ernst, aber das ist eigentlich nur Tagesgeschäft“, sagt der Mann von der Feuerwehr Halle, die zusammen mit einigen Versmolder Kameraden den ABC-Messzug des Kreises Gütersloh personell ausstattet. Immerhin 40 Feuerwehrleute sind es, die bei den verschieden Einsätzen mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren (ABC) mit ihren Messungen für die Sicherheit der Menschen in der Umgebung der Unglücksstelle sowie der eigenen Kameraden sorgen können – nach vielen Stunden Ausbildungszeit.

Sie bedienen dabei Geräte mit komplizierten Namen wie zum Beispiel »Ionenmobilitätsspektrometer «. und fangen Rauch ein, um ihn in Teströhrchen auf das Vorhandensein gefährlicher Stoffe zu untersuchen.

So wie Kohlenmonoxid, das ebenso tödlich wie geruchlos ist – und zwar schon in geringsten Konzentration. Es entsteht in Feuern mit zu geringer Sauerstoffversorgung. Atemschutzgeräte und Ganzkörperanzüge gehören zwar zur Ausrüstung der ABC-Einheiten, doch zumeist verzichten die Mitglieder des Messtrupps darauf. „Wenn wir den Atemschutz anlegen, dann ist es wirklich gefährlich“, sagt Herden mit einem Lächeln.

2019 03 21 hk 002Am Sonntagabend blieb dieser Teil der Ausrüstung unberührt. Und das trotz der Warnung an die Nachbarn, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Doch dieser Ratschlag ist besser, als man zunächst glaubt. „Ein Haus bietet für einige Stunden den besten Schutz. Vor allem im Gegensatz zu dem Versuch, Menschen zu evakuieren, denn dabei wären sie einer möglichen Belastung auf jeden Fall über längere Zeit ausgesetzt.“

Außerdem hat die Feuerwehr noch einen unerwarteten Verbündeten, auf den fast immer Verlass ist: den Brand selber. Denn die aufsteigende Hitze reißt auch den Qualm mit sich und trägt so entscheidend dazu bei, dass potenziell giftige Stoffe in höhere Luftschichten getragen werden. Dort verteilen sie sich rasch und verlieren ihre Gefährlichkeit. Auch der Wind ist sehr nützlich bei dieser Entwicklung. „Denn erst die Dosis macht das Gift“, nennt Herden einen wichtigen Lehrsatz aus seiner Ausbildung.

„Wir sind keine Chemiker“, betont er aber gleichzeitig. Und ein Chemielabor bringt der ABC-Zug auch nicht mit an die Unglücksstelle. Das würde die übergeordnete Einheit, die analytische Task Force des Bundes mit Sitz in Dortmund, zum Einsatz bringen. Man habe mit der Task Force schon mehrere Übungen gehabt, aber sie noch nie zum Einsatz im Kreis Gütersloh herangezogen, sagt Herden. Und bei einem Brand wie dem bei Schüco wird das nicht einmal diskutiert. Dort sei nichts verbrannt, was dabei für die Spezialisten vom ABC-Zug besorgniserregend Stoffe freigesetzt habe. „Da müsste der Brand schon noch ein paar Nummern größer sein“, sagt Christian Herden.

 

Quelle: Haller Kreisblatt