Die Gründung

urk1876freistr lAm 30. November 1876 versammeln sich 46 Bürger der Stadt Borgholzhausen im Gasthaus Georg Meyer, um die Voraussetzungen für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu schaffen. Commandeur wird der Gastwirt G. Meyer. Am Sonntag, 17. Juni 1877, findet die erste Übung statt. Der Elan der ersten Stunde schwindet schnell. 1881 ist die Mitgliederzahl auf 16 gesunken, so dass der in den Statuten festgesetzte Zweck nicht mehr erfüllt werden kann. Infolgedessen wird die "Auflösung des Corps der Freiwilligen Feuerwehr" ausgesprochen. Die Gerätschaften werden der Stadt übergeben. Am 11. Mai 1885 wird die Feuerwehr von dreißig Männern erneut ins Leben gerufen, den Vorsitz übernimmt wiederum der Amtmann Keßler. Von jetzt an geht es mit der Wehr voran. Alles entwickelt sich gut. Im Oktober 1887 erfolgt dann die Abnahme des ersten Spritzenhauses in der Freistraße.


Gründungsmitglieder

Die Gründungsversammlung wurde von dem Amtmann Keßler geleitet, der auch die ausgearbeiteten Statuten zur Aussprache stellte.
Die folgende Aufstellung der Versammlungsteilnehmer zeigt, dass das gesamte Bürgertum, ob Handwerker oder Kaufmann, ob Landwirt oder Arbeiter vertreten war, um gemeinsam ein gutes Werk in die Tat umzusetzen.

Borgholzhausen, 30. November 1876 Gasthaus Georg Meyer, Freistraße

Es waren anwesend:

1. Kupferschmiedemeister Kölker 23. Tischlermeister Heitmann
2. Kupferschmiedemeister Ruschhaupt 24. Kalkhofenbesitzer Kölker
3. Uhrmacher Koch 25. Glasermeister Knehans
4. Böttcher Koch 26. Schneidermeister Strocker
5. Handarbeiter Blomenkamp 27. Gärtner Steffen
6. Tischlermeister Linders 28. Zigarrenmacher Schmidt
7. Tischlermeister Pleitner 29. Bürgerssohn Karl Voss
8. Bierbrauer Overbeck 30. Bürgerssohn Kamp
9. Schuhmachermeister Heuermann 31. Bürgerssohn Ruschhaupt
10. Konditorgehilfe Knaust 32. Schlosser Buschhage
11. Konditorgehilfe Heuermann 33. Viehhändler S. Hesse
12. Kaufmann W. Meyer 34. Sattler Wesselmann
13. Kaufmann Steinfeld 35. Schmiedegeselle A. Bohle
14. Kaufmann Weinberg 36. Holzschuhmacher Altenbürger
15. Buchhalter Hildebrand 37. Schlachtergehilfe Bohle
16. Buchhalter Fr. Meyer 38. Kuchenbäcker Mühlenweg
17. Maurer Kampwerth 39. Kuchenbäcker Rosendahl
18. Maurer Eduard Ruschhaupt 40. Bürger Krüger
19. Maurer und Bürger Nagel 41. Handarbeiter Jerrentrup
20. Fabrikarbeiter Rabe 42. Tischler Doht
21. Schneidermeister Bohle jn. 43. Handarbeiter Obermüller
22. Tischlermeister Kretschmar 44. Müller Fahrtmann
    45. Bürgerssohn Kapp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Zur Ausbildung gehört auch ein "Unterrichtskursus zum Samariterdienst" im Jahre 1892. Zum 25 jährigen Jubiläumsfest wird der XXVIII. Deligiertentag des Minden-Ravensberg - Lippischen Feuerwehrverbandes 1901 in Borgholzhausen abgehalten.

Auf Grund eines Kompetenzgerangels zwischen dem Amtmann Müller und dem Hauptmann der Wehr während des Brandeinsatzes, Mittendorf am Bahnhof, wird auf einer der nächsten Versammlungen (19. März 1907) beschlossen, folgenden Satz aus den Statuten zu streichen:

"Auf der Brandstätte hat der Hauptmann sich dem Vertreter der Polizeibehörde unterzuordnen und sich mit demselben über Aufstellung und Tätigkeit der Wehr zu benehmen".

Achtzehn Kameraden der Feuerwehr werden zum Kriegsdienst im 1. Weltkrieg eingezogen. Sie werden von der Wehr finanziell unterstützt und bekommen Weihnachtspakete.

Außer der Freiwilligen Feuerwehr in Borgholzhausen ergibt sich am 25. Mai 1920 für das Amt Borgholzhausen ein Bestand an Feuerlöscheinrichtungen wie folgt:

  • Spritzenverband Barnhausen – Winkelshütten
  • Spritzenverband Berghausen – Ostbarthausen
  • Spritzenverband Holtfeld – Casum – Cleve
  • Spritzenverband Kleekamp – Westbarthausen

Im Jahresbericht heißt es weiter: 10 Übungen, keine Brände.


Im Inflationsjahr 1923 werden die Jahresbeiträge im März auf 20 Mark festgesetzt und im August auf 4.000 Mark erhöht. Die Mitgliederzahl steigt ständig. 1927 erreicht sie einen Höhepunkt. 50 Männer gehören jetzt der Wehr an. Aus Anlaß des 50 – jährigen Bestehens der Feuerwehr findet im Januar desselben Jahres ein Fackelzug innerhalb des Ortes statt.

lz33Auf dem Delegiertentag 1929 in Spenge wird beschlossen, den Feuerwehr – Gruß„Gut Schlauch“ in „Gut Wehr“ umzuwandeln. Das ist bis heute so geblieben. Ebenfalls wird mitgeteilt, dass bei einem Brand jedes Fuhrwerk oder Auto beschlagnahmt werden kann, um es zum Transport von Feuerlöschgeräten einzusetzen. Die Fahrzeuge sind vom Verband versichert. In diesem Jahr werden 3 Waldbrände gelöscht. Die Ausbildung wird weiter vertieft. Drei Kameraden werden in einem 2 – stündigen Kursus, welcher in der Gaststätte Meyer abgehalten wird, von einem Ingenieur der Niedersächsischen Kraftwerke in Osnabrück zu „Feuerwehrelektrikern“ ausgebildet.

Am 6. September 1930 legt der Bürgermeister Müller seinen Vorsitz in der Feuerwehr endgültig nieder. Sein Nachfolger wird der Graf Alois von Kerssenbrock (Gutshof Brincke). Diese Wahl der Wehr will der Bürgermeister nicht akzeptieren. Von nun an sind die Differenzen zwischen der Feuerwehr und der Polizeibehörde, in Personalunion mit dem Bürgermeisteramt, unüberbrückbar bis zum Ende der „Ära Müller“. Um den Vorsitz des Grafen zu verhindern, schreibt der Bürgermeister an den Landrat:

...die Feuerwehrstatuten besagen, daß ein Mitglied 17 Jahre alt sein, unbescholten und rüstig sein muß...der Antragsteller (Graf Kerssenbrock) ist bekanntlich stark lahm, und kann infolgedessen keinesfalls als rüstig...

Müllers Beschwerdebriefe gehen weiter zum Regierungspräsidenten nach Minden. Als dieser sich auch nicht in seinem Sinne entscheidet, folgt ein weiterer Brief an den Innenminister in Berlin mit einer zusätzlichen Beschwerde über den Regierungspräsidenten.


Auf der Jahreshauptversammlung 1932 wird mitgeteilt, dass die Gemeinden Oldendorf und Berghausen auf Löschhilfe verzichten, da in diesen Gemeinden die nötigen Löschmittel vorhanden sind. (Im Januar 1931 hat in Borgholzhausen – Bahnhof bereits eine Versammlung zwecks Gründung einer eigenen Wehr stattgefunden). Am 10. Dezember 1933 wird die erste motorgetriebene Pumpe (Fabrikat Köbe) in Dienst gestellt. Die Anschaffung besteht aus einem gebrauchten Mercedes – Benz Kraftwagen, umgebaut zum Mannschaftstransportwagen und einem Anhänger für das Gerät und die Tragkraftspritze.

Die jetzt in Deutschland regierenden Nationalsozialisten machen auch vor den Feuerwehren nicht halt. Einschneidende Veränderungen werden durchgeführt.

Dazu gehört auch die Neugliederung der Wehren. Beide Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Borgholzhausen werden aufgelöst. Gleich im Anschluß gibt es die Neugründung einer Freiwilligen Amtsfeuerwehr Borgholzhausen mit dem Löschzug I (Borgholzhausen – Stadt) und dem Löschzug II (Borgholzhausen – Bahnhof). Von jetzt an heißt es Freiwillige Feuerwehr Borgholzhausen e.V. Die Organe der Wehr sind:

  • A  Wehrführer
  • B  Führerrat
  • C  Mitgliederversammlung

Wahlen sind von jetzt ab nicht mehr zulässig. Wehrführer und Löschzugführer werden aus den Reihen der Mitglieder ernannt und abberufen. Die Mustersatzung wird verlesen und von den Mitgliedern ohne Aussprache angenommen. Heinrich Vögeding wird neuer Wehrführer. Die Mannschaftsstärke des Zuges wird auf 27 Mann festgelegt. Es wird eine Ausbildung zum „Einheitsfeuerwehrmann“ angestrebt und die neue Grußbestimmung bekannt gemacht.


Ab 1937 wird die Ausbildung zum ersten Mal nach festgelegten Dienstplänen durchgeführt. Typische Ausbildungsthemen auf den Schulungsabenden sind:

  • Deutsche Geschichte
  • Der Nationalsozialismus
  • Adolf Hitler
  • Feuerwehr und Vierjahresplan

Von Seiten des Regierungspräsidenten ist man der Meinung, dass ein Löschzug für den Löschbezirk Borgholzhausen – Stadt nicht ausreichend sei. Es wird deshalb angeordnet, einen zweiten Zug (27 Männer) aufzustellen. Wehrführer Vögeding bevorzugt als Standort die Landgemeinde Barnhausen. Die alte Handdruckspritze wird in der Flachsschwingerei Uffmann untergebracht. Am 21. und 22. Mai 1938 findet der 17. Kreisverbandstag in Borgholzhausen statt.

Am 23. November 1938 verkünden die braunen Machthaber ein neues Gesetz. Die Vereinstätigkeit hört auf, da die Wehren als Feuerlöschpolizei ein Zweig des Polizeiwesens geworden sind und somit dem „Reichsführer SS“ direkt unterstellt sind. Mit diesem Gesetz wird die Selbstständigkeit der Feuerwehren eingeschränkt. Das gesamte Feuerlöschwesen wird in den Machtapparat der Nationalsozialisten eingebaut. So mancher bis dahin politisch nicht aktive Feuerwehrführer trägt plötzlich das Parteiabzeichen am Uniformrock. Die letzte Versammlung in der NS-Zeit findet am 25. Februar 1939 statt. Das Protokollbuch beginnt erst wieder 1946 mit einem „Gedächtnisprotokoll“ des späteren Löschzugführers Willy Meyer über die vorausgegangenen Kriegsjahre.

Über die Hälfte der Kameraden wird zum Kriegsdienst und im letzten Kriegsjahr auch zum Volkssturm eingezogen. Die Lücken werden durch Männer aus der Bevölkerung geschlossen. Zweimal wird der Löschzug in Bielefeld zur Brandbekämpfung nach Luftangriffen eingesetzt.


Nach Kriegsende benutzen die Engländer den Mannschaftswagen als Streifenwagen und geben ihm den Rest. Um den Ansprüchen einigermaßen gerecht zu werden, mietet die Stadt vom Kameraden Helmut Göpfert 1947 einen Ford-V8 LKW. Da auch der Krankentransport in den ersten Nachkriegsjahren von der Feuerwehr ausgeführt wird, ist der Ford unverzichtbar. Krankenwagenfahrer war der Kamerad Heinrich Theiling.

Am 26. Oktober 1946 findet die erste außerordentliche Mitgliederversammlung nach 7 Jahren statt. 20 Kameraden sind anwesend. 1949 im Januar wird ein neues Löschfahrzeug LF 8 auf Mercedes Chassis bestellt. Am 19. Februar wird das Fahrzeug geliefert und noch am gleichen Tag dem Löschzug Stadt übergeben. Für Geräte und den Ausbau des LF 8 sowie einen Tragkraftspritzenanhänger wird eine Geldsammlung mit Erfolg durchgeführt. Jetzt ist das neue Fahrzeug einsatzbetreit.

So wie in allen Zeiten hat die Feuerwehr nicht nur Freunde und Gönner. In einer Amtsvertretersitzung hat ein Amtsrat ( heute Stadtrat) geäußert, dass das neue Feuerwehrfahrzeug in den letzten 4 Monaten nur einmal aus dem Gerätehaus hinaus und wieder hineingeschoben worden sei. Die Feuerwehr sieht diese Äußerung als Beleidigung an und beschließt, bis zur Regelung dieser Angelegenheit jeglichen Feuerwehrdienst ruhen zu lassen. Die Sache spitzt sich zu. Am 16. Juni 1949 beschließt die Wehr einstimmig, sich am 18. Juni mittags 12.00 Uhr aufzulösen. In einer erneuten Besprechung mit dem Kreisbrandmeister, den Bürgermeistern, dem Amtsdirektor, dem Amtsrat und einigen ehemaligen Feuerwehrkameraden am 26. Juni wird das Problem gelöst. Der Amtsrat erklärt sich bereit, alle beleidigenden Äußerungen öffentlich (3 Tageszeitungen und Aushang) zurückzunehmen. Da diese Veröffentlichungen nie erscheinen, findet daraufhin eine öffentliche Amtsvertretersitzung am 28.6. statt, auf der der Amtsrat sich in aller Form entschuldigt. Erst jetzt nehmen die Kameraden ihren Dienst wieder auf.

Schon seit Jahren beklagt die Wehr die schlechte Löschwasserversorgung in der Stadt. Außerdem wird ein dringender Appell an die Amtsverwaltung gerichtet, endlich den Neubau eines Gerätehauses in Angriff zu nehmen. Im April 1952 sind alle wichtigen Vorbereitungen für das Kreisverbandsfest abgeschlossen. Hier wird das 75 – jährige Bestehen gefeiert. Am 22.9. diesen Jahres beschließt dann die Amtsvertretung den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Barnhausen für den Löschzug III (aufgestellt 1937). In derselben Sitzung wird gleichfalls beschlossen, im nächsten Jahr ein Gerätehaus für den Löschzug I (Borgholzhausen – Stadt) zu bauen.


1953 hat der Löschzug 27 aktive Mitglieder. Die Ausbildung wird intensiviert. Es wird erstmals eine Gruppe aufgestellt. Ebenfalls eine Premiere ist die Einführung der Unfallverhütungsvorschrift für Feuerwehren.

Außer den jährlich stattfindenden traditionellen Maiausmärschen und den Winterbällen wird in diesem Jahr zum zweiten Mal ein 2–tägiger Sommerausflug unternommen. Am Rande sei noch erwähnt, dass das neu geschaffene Fußballtoto auch bei den Feuerwehrkameraden seine Anhänger hat. Es wird ein Gemeinschaftstipp, finanziert aus der Feuerwehrkasse, abgegeben. Über eventuelle Gewinne wird im Protokoll nichts berichtet.
Der erste theoretische Dienst nach den Kriegsjahren wird durchgeführt. Wir schreiben das Jahr 1954.

Den Kameraden wird vom Löschzugführer W. Meyer erklärt,dass die Feuerwehr kein Verein (wie zur Gründerzeit) mehr ist, sondern eine Einrichtung der Gemeinde.

maschDie Stadt hat Wort gehalten. Am 10. Dezember, nach 14 - monatiger Bauzeit, wird das neue Gerätehaus an der Masch eingeweiht. Die Kameraden leisteten 1400 Stunden unbezahlten freiwilligen Arbeitseinsatz. Das nächste Jahr ist für die Feuerwehr ebenfalls erfreulich. Durch die Fertigstellung der städtischen Wasserversorgung ist der schon lange beklagte Löschwassermangel in der Innenstadt nun endlich beseitigt. Dies wird durch eine Großübung mit der Feuerwehr Werther unter Beweis gestellt. An neuen Geräten erhält die Wehr eine Tragkraftspritze, TS 8/8 und ein Standrohr zur Wasserentnahme aus dem öffentlichem Netz. Ferner wird die komplette Ausrüstung des Löschzuges Barnhausen nach dessen Auflösung übernommen. Die nächsten Jahre verstreichen ohne Besonderheiten. Zu erwähnen ist der Großbrand auf dem Bauernhof Blaue in Hamlingdorf im Jahre 1958 und die Installation einer elektrischen Sirene auf dem Hause Schlömann, Kaiserstraße (1959). Als neue Einsatzkleidung werden Overrolls (Kombinationen) und Skimützen angeschafft. Das im Jahre 1949 in Dienst gestellte Löschfahrzeug LF 8 ist wegen häufiger Reparaturen nur noch bedingt einsatzfähig.


Nach jahrelanger Diskussion wird 1961 endlich beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Die Vorbereitungen für das 85–ährige Bestehen laufen auf Hochtouren. In diesem Zusammenhang wird angeregt, eine Chronik zu erstellen. Die Kameraden Gerhard Stratmann und Helmut Göpfert übernehmen diese Aufgabe. Im Juni 1995, also nach 34 Jahren, ist sie fertig.

Der Löschzug tritt dem Kreisfeuerwehrverband bei. Unvergessen bleibt der Feuerwehreinsatz am Heiligen Abend. Großbrand von Kemners Kotten in Wichlinghausen. Es ist –18° Celsius kalt. Die Löschwasserförderung darf wegen der niedrigen Temperaturen nicht unterbrochen werden. Am nächsten Morgen steht nur noch eine mit dicken Eiskrusten überzogene Brandruine. Am 23. und 24. Juni des folgenden Jahres wird das 85–jährige Jubiläum mit dem Kreisverbandsfest in Borgholzhausen gefeiert. Hier wird auch die neue Fahne geweiht. Über die geringe Beteiligung der Borgholzhauser Bürger bei diesem Fest sind die Kameraden sehr enttäuscht. Ein schmerzlicher Verlust ist der plötzliche Tod des langjährigen Löschzugführers und Amtsbrandmeisters Willy Meyer am 23. Oktober 1962. Durch den Unfalltod von Willy Meyer ist ein Führungswechsel nötig. Heinrich Löwenstein wird neuer Löschzugführer.
Er übt sein Amt aber nicht lange aus, denn leider stirbt er schon am 6. Dezember 1963 durch Krankheit.

Im Januar 1964 gibt es deshalb schon wieder eine neue Führung. Heinrich Walkenhorst wird Zugführer und Norbert Fiebig sein Stellvertreter. Endlich wird auch ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt. Es ist ein LF 8 auf Mercedes Fahrgestell mit einem Aufbau der Firma Schlingmann, Dissen. Im Jahre 1965 feiert Heinrich Walkenhorst seinen 65. Geburtstag und wechselt somit in die Alters – und Ehrenabteilung über. Die Wehr braucht schon wieder eine neue Führungsspitze. Am 11. August werden Norbert Fiebig zum Löschzugführer und Fritz Strotjohann zu seinem Stellvertreter gewählt. Da jetzt wieder jüngere Kameraden an der Spitze stehen, bleibt die Wehr über viele Jahre von Führungswechseln verschont. Norbert Fiebig bleibt bis zum 16. Januar 1986 im Amt, das sind über 20 Jahre. Eine so lange Amtszeit hatte vor ihm noch niemand erreicht. Eine Erweiterung des Fuhrparks durch einen Pulverlöschanhänger vom Typ P 250 erfolgt am 15. Mai 1966. Ein Großbrand des Bauernhofes Pohlmann–Rott in Barnhausen während des Schützenfestes in Borgholzhausen hält die Kameraden in Atem.

1967 werden wieder Dienstpläne zur Regelung der Übungsstunden eingeführt. In diesem Jahr macht sich die Feuerwehrkapelle selbstständig. Sie war bisher mit im Löschzug eingebunden. Auf Beschluss der Wehr– und Löschzugführer des Kreises Halle wird sie als selbstständiger Zug in den Kreisfeuerwehrverband aufgenommen und nennt sich ab sofort Kreisfeuerwehrkapelle des Kreises Halle. Diese Regelung bringt nicht nur Vorteile. Kurze Zeit nach dieser Änderung wird alles wieder rückgängig gemacht. Sie nennt sich jetzt Feuerwehr Musikzug Borgholzhausen und ist neben dem Löschzug I (Borgholzhausen Stadt) und dem Löschzug II (Borgholzhausen Bahnhof) der III. Zug in der Freiwilligen Feuerwehr Borgholzhausen (diese Regelung hat bis heute Bestand).


Eine Personensuche mit dramatischem Ende sorgt lange Zeit für Gesprächsstoff unter den Kameraden. Der vermißte 13 jährige Schüler  konnte nur noch tot geborgen werden. Er hatte sich beim Spiel erhängt.

Der Löschzug bestimmt Fritz Strotjohann zum Sicherheitsbeauftragten. Diese vom Gesetzgeber verlangte Funktion wird 1968 zum ersten Mal besetzt. Im nächsten Jahr wird ein weiteres Defizit beseitigt. Die Wehr bekommt am 11. Januar 1969 einen Mannschaftstransportwagen, Ford Transit. Der Löschzug verfügte bisher nur über ein Einsatzfahrzeug, mit dem maximal 9 Männer mit zur Einsatzstelle genommen werden können. Alle anderen mussten privat nachkommen.

Nach wochenlangem Drill nimmt eine Gruppe am 10. Mai 1969 an dem Schnelligkeitswettbewerb der Feuerwehr in Essen teil. Mit einem beachtlichen 4. Platz setzen sich die Männer gegen eine starke Konkurrenz (viele Berufsfeuerwehren) durch.

Von der Löschzugführung kommt der begrüßenswerte Vorschlag, den Löschzug bis Ende 1971 mit einem Tanklöschfahrzeug auszurüsten. Die dafür notwendige Erweiterung des Gerätehauses wird mit Eigenleistung sofort in Angriff genommen. Die dem Bund gehörenden Luftschutzsirenen werden in die Feuerwehralarmierung mit eingebunden.

1971 werden 14 Brandeinsätze gefahren. Es ist der Beginn einer Reihe von vorsetzlichen Brandstiftungen, die in Borgholzhausen die „Upmeyerserie“ genannt wird. Den bisher größten Brandeinsatz, den der Löschzug in seiner fast 100 - jährigen Geschichte zu meistern hat, ist der Großbrand im Eloxalwerk  Hufendiek am 27. Oktober.

Zum 1. Mal findet der Schnelligkeitswettbewerb (heute Leistungsnachweis) auf Kreisebene statt. Austragungsort ist Borgholzhausen. Durch die Bewirtschaftung dieser Veranstaltung wird der Kassenbestand aufgebessert. Eigens für diesen Zweck baut sich die Feuerwehr ihre eigene Würstchenbude. (Sie steht heute noch auf dem Weihnachts- und Kartoffelmarkt). Das schönste Weihnachtsgeschenk für die Wehrmänner ist das nagelneue Tanklöschfahrzeug TLF 16 von der Firma Schlingmann, Dissen. Es wird am 23. Dezember abgeholt.