Im Inflationsjahr 1923 werden die Jahresbeiträge im März auf 20 Mark festgesetzt und im August auf 4.000 Mark erhöht. Die Mitgliederzahl steigt ständig. 1927 erreicht sie einen Höhepunkt. 50 Männer gehören jetzt der Wehr an. Aus Anlaß des 50 – jährigen Bestehens der Feuerwehr findet im Januar desselben Jahres ein Fackelzug innerhalb des Ortes statt.

lz33Auf dem Delegiertentag 1929 in Spenge wird beschlossen, den Feuerwehr – Gruß„Gut Schlauch“ in „Gut Wehr“ umzuwandeln. Das ist bis heute so geblieben. Ebenfalls wird mitgeteilt, dass bei einem Brand jedes Fuhrwerk oder Auto beschlagnahmt werden kann, um es zum Transport von Feuerlöschgeräten einzusetzen. Die Fahrzeuge sind vom Verband versichert. In diesem Jahr werden 3 Waldbrände gelöscht. Die Ausbildung wird weiter vertieft. Drei Kameraden werden in einem 2 – stündigen Kursus, welcher in der Gaststätte Meyer abgehalten wird, von einem Ingenieur der Niedersächsischen Kraftwerke in Osnabrück zu „Feuerwehrelektrikern“ ausgebildet.

Am 6. September 1930 legt der Bürgermeister Müller seinen Vorsitz in der Feuerwehr endgültig nieder. Sein Nachfolger wird der Graf Alois von Kerssenbrock (Gutshof Brincke). Diese Wahl der Wehr will der Bürgermeister nicht akzeptieren. Von nun an sind die Differenzen zwischen der Feuerwehr und der Polizeibehörde, in Personalunion mit dem Bürgermeisteramt, unüberbrückbar bis zum Ende der „Ära Müller“. Um den Vorsitz des Grafen zu verhindern, schreibt der Bürgermeister an den Landrat:

...die Feuerwehrstatuten besagen, daß ein Mitglied 17 Jahre alt sein, unbescholten und rüstig sein muß...der Antragsteller (Graf Kerssenbrock) ist bekanntlich stark lahm, und kann infolgedessen keinesfalls als rüstig...

Müllers Beschwerdebriefe gehen weiter zum Regierungspräsidenten nach Minden. Als dieser sich auch nicht in seinem Sinne entscheidet, folgt ein weiterer Brief an den Innenminister in Berlin mit einer zusätzlichen Beschwerde über den Regierungspräsidenten.