Wenn's bei Bostik brennt

Feuerwehrübung: Das Chemieunternehmen am Bahnhof verwendet viele Stoffe mit nicht geringem Gefährdungspotenzial. Und legt viel Wert auf das Thema Sicherheit

 

Borgholzhausen. „In seiner Antrittsrede als Bostik-Chef hat Bernhard Pinatel betont, wie wichtig es sei, dass jeder Mitarbeiter nach seiner Arbeit wieder gesund nach Hause komme“, erklärt Werksleiter Dr. Michael Nitsche. Zwar sei das Thema Sicherheit bei dem Klebstoff-Spezialisten auch schon zuvor von großer Wichtigkeit gewesen, doch ab Pinatels Amtsantritt wurde noch mehr Wert darauf gelegt. Deshalb rannte die Freiwillige Feuerwehr Borgholzhausen mit der Idee, bei Bostik eine Übung durchzuführen, offene Türen ein.

2016 05 04 hk 001 250pxAllerdings nur im übertragenen Sinne. Denn als die Mitglieder des Löschzugs Bahnhof am Montagabend kurz nach der Alarmierung am Werksgelände eintrafen, standen sie vor verschlossenen Türen. Denn sich den Zugang zur Brandmeldezentrale zu verschaffen, war eine der Aufgaben, die sich bei der Übung stellten.

In dieser Zentrale laufen die Fäden oder besser gesagt, die Drähte, der rund 200 Rauchmelder zusammen, die über das weitläufige Firmengelände verteilt sind. Eine ganze Reihe von Gebäuden ist im Laufe der Jahre auf dem 22 000 Quadratmeter großen Werksgelände entstanden. Sich da ausreichend Überblick zu verschaffen, ist deshalb erstes Ziel bei einem Einsatz.

2016 05 04 hk 002Stefan Schlüter hatte sich ein anspruchsvolles Szenario ausgedacht: Zum einen gab es in der Produktion eine Art Verpuffung, durch die zwei Menschen verletzt wurden. Außerdem hatte ein Staplerfahrer vor der Halle aus Schreck über dieses Unglück einen Palettenstapel in Brand gesetzt.

Was natürlich eigentlich keine Herausforderung für Borgholzhausens Feuerwehr wäre. Wenn sich allerdings direkt daneben auf der einen Seite ein großer Fässerstapel mit leicht entzündlichen Flüssigkeiten befindet und auf der anderen eine Speziallagerhalle für explosionsgefährdete Stoffe, wird die Sache schon kniffliger. Das Einholen von genauen Informationen ist gerade in einer chemischen Fabrik unabdingbar – bevor der Löschangriff beginnt.

2016 05 04 hk 003„Es gibt Chemikalien, die in Brand geraten, wenn sie in Kontakt mit Wasser kommen“, erklärt Nitsche. Im Übungsfall am Montag waren »nur« Benzin und Aceton zu berücksichtigen, doch auch diese Stoffe haben ein hohes Gefahrenpotenzial.

Dass bei einer solchen Übung nicht alles perfekt klappt, ist der Sinn der Sache. Nur so können eventuelle Schwachstellen gefunden und ausgemerzt werden. Für die Bostik-Mitarbeiter war anfangs nicht ersichtlich, dass es sich nur um eine Übung handelt. Doch sie verließen ruhig und rasch ihre Arbeitsstellen und fanden sich am Aufstellplatz ein. „Einer fehlt“ lautete deshalb auch die Meldung. Und zwar der Kollege, der den Verletzten mimte und von der Feuerwehr gerettet wurde.

 

Quelle: Haller Kreisblatt

 

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Haller Kreisblatt vom 04.05.2016 Beliebt
Autor Haller Kreisblatt/Andreas Großpietsch Webseite Webseite Datum 04.05.2016 Dateigröße 253.98 KB Download 192 Download