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RW 1 aus Pium startet als Show-Truck durch

Rüstwagen 1: Der Verband der Feuerwehren und das Land NRW haben ein altes Fahrzeug vom Löschzug Bahnhof übernommen. Nach Umbau und Überarbeitung wirbt der »Firetruck« mit moderner Ausstattung jetzt landesweit für den Feuerwehrdienst

 

Borgholzhausen. Für jedes Feuerwehrfahrzeug kommt irgendwann der Moment, wo es technisch überholt oder verbraucht ist oder nicht mehr in das Einsatzkonzept seiner Wehr passt. Beim Rüstwagen 1 (RW 1) des Feuerwehrlöschzuges Borgholzhausen-Bahnhof traf Letzteres zu. „Das Fahrzeug von 1987 war technisch noch ganz gut im Schuss“, räumt Udo Huchtmann ein (siehe Hintergrund). Der Rüstwagen 1 wurde zwar durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20) ersetzt, bleibt aber trotzdem im Feuerwehrdienst.

2017 08 12 hk 001 250pxEine neue Karriere als Show-Truck startet der RW1 beim Verband der Feuerwehren NRW. Ursprünglich sollte das Fahrzeug der Marke MAN in die Piumer Partnerstadt Naukseni gehen. „Die Feuerwehr dort wollte ihn nicht, da er kein Wassertransportieren kann“, so Wehrführer Huchtmann.

Der RW 1 wird seine »Heimatstadt« besuchen

Weil das Hydrantensystem in Lettland nicht so gut ausgebaut ist, bekommen die Feuerwehrleute in Naukseni jetzt vom Löschzug Bahnhof das Tanklöschfahrzeug 16/25, wenn dafür in eineinhalb Jahren ein Ersatzfahrzeug bereitsteht. Der RW1 wird bis dahin seiner »Heimatstadt« womöglich einen Besuch abgestattet haben.

„Wir buchen das Fahrzeug beim Verband, wenn wir die passende Veranstaltung im Ort haben“, verspricht Udo Huchtmann. Werbung für den Feuerwehrdienst zu machen ist die neue Aufgabe des RW1 und der Wehrführer findet es „richtig gut“, dass das Fahrzeug dafür vom Feuerwehrverband übernommen wurde.

2017 08 12 hk 002Der Weg dahin war spannend, denn ein weiteres Fahrzeug kam als Show-Truck infrage. Anfang Dezember 2016 besucht deshalb ein Vertreter des Verbandes Borgholzhausen, um den RW1 zu inspizieren. Es dauert eine Weile, bis das Ergebnis feststeht. „Das Fahrzeug aus Borgholzhausen war im Zustand deutlich besser“, erklärt Landesgeschäftsführer Christoph Schöneborn.

Als der Verband sein Kaufinteresse signalisiert, ist die Politik gefordert. Der Verkauf zu einem Preis von 7500 Euro wird beschlossen und im Februar übernimmt der Feuerwehrverband den Wagen. „Das Fahrzeug kam zu einer Firma in Unna, die den Aufbau angepasst hat“, so Schöneborn. Fächer im Beladungsaufbau wurden ausgebaut, um Platz für die neue Ausrüstung zu schaffen. Der RW1 hat jetzt unter anderem Lautsprecher, eine Videoanlage und weitere Werbemittel an Bord. Ein besonderes Highlight ist der Greenscreen. „Das ist eine grünfarbige Leinwand, vor der sich Menschen fotografieren lassen können und auf den dann eine beliebige Ansicht als Hintergrund projiziert wird“, erklärt der Landesgeschäftsführer.

2017 08 12 hk 003Damit können die Leute auf dem Bild in ganz verschiedene Szenarien versetzt werden, die natürlich alle mit dem Feuerwehrdienst zu tun haben. Der Show-Truck und seine Ausrüstung sollen das Publikum bei öffentlichen Veranstaltungen nicht nur unterhalten. Die Menschen sollen für den Dienst im blauen Rock begeistert werden und Verständnis für die Arbeit der Feuerwehrleute entwickeln.

Das Fahrzeug kommt bei den Menschen sehr gut an

Das gelingt offenbar gut. „Das Fahrzeug kommt bei den Menschen sehr gut an“, hat Christoph Schöneborn beobachtet. Der »Firetruck« ist seit dem 21. Mai auf Tour und macht unter anderem schon auf dem Blütenfest Beverungen, den Stadtfesten in Bottrop, Dorsten und Siegen, dem Seefest in Wetter und bei den Parklichtern in Bad Oeynhausen Station.

2017 08 12 hk 004Diese Stationen legte das Land NRW fest, denn die Beschaffung, Restaurierung und Ausrüstung des RW1 ist ein GemeinschaftsprojektvonLand und Feuerwehrverband. „Das ist ein Teil des Projektes »Feuerwehrensache«, das wir gemeinsam mit dem Land NRW durchgeführt haben“, so der Landesgeschäftsführer. Das Land habe Kosten getragen und deshalb den ersten Zugriff auf den Wagen.

Im September wird der Verband mit Sitz in Wuppertal den Show-Truck aus Borgholzhausen übernehmen. Der Wagen wird dann auch im Bergischen Land stationiert und von dort aus zu Einsätzen in ganz NRW aufbrechen. „Das ist ein authentisches Feuerwehrfahrzeug, es bringt einiges mit, was ein konventionelles Fahrzeug nicht hat und eignet sich gut für die Öffentlichkeitsarbeit.“ 2018 sollen sich auch die Piumer davon ein Bild machen können.

 

Der RW1 aus Borgholzhausen

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  • Der Bund hatte ursprünglich zahlreiche Fahrzeuge für den Katastrophenschutz wie der Rüstwagen 1 angeschafft. Die Einsatzfahrzeuge wurden später im großen Stil an Feuerwehren abgegeben und taten dort Dienst. Der RW1 aus Borgholzhausen trägt das Baujahr 1987. Hergestellt hat ihn die Firma MAN. Er hat 136 PS und wiegt acht Tonnen. Der RW1 ist geländegängig und deshalb für besondere Einsätze geeignet. „Wir sind damit so gut wie nie im Gelände gewesen“, erklärt Wehrführer Huchtmann.
  • Bedingt durch seine Bauart seien die schweren Ausrüstungsgegenstände sehr hoch untergebracht gewesen. „Das machtman heute aus Gründen der Ergonomie nicht mehr.“ Das Ersatzfahrzeug hat laut Huchtmann „viel mehr Ausrüstung an Bord, die leichter erreichbar ist“. Der RW1 wies nur geringe Rostschäden auf. „Bei älteren Fahrzeugen wird die Ersatzteilbeschaffung aber immer schwerer und es fallen mehr Reparaturen an“, so Huchtmann. Deshalb wurde der RW1 ausgemustert und verkauft.

 

Quelle: Haller Kreisblatt